„Total unfair!“

Das Mädchen, das mit mir auf dem Sofa in unserem Hallenbad sitzt, bringt es auf den Punkt. Und es geht hier heute auch nicht um Kaffee, Tee, oder Schokolade. Sondern ums Schwimmen.

Schon seit ein paar Jahren schleppe ich eine geschenkte Punktekarte für das Hallenbad mit mir herum. Ich erinnere mich vage, dass da beim letzten Besuch etwas von „gültig bis …2012“ stand und möchte gerne wissen, wie lange ich denn noch „umsonst“ schwimmen kann.

Es hat sich allerdings einiges geändert in unserem Hallenbad seit ich das letzte Mal da war. Aus meiner Freude „Oh, super, es sind nicht viele Leute da!“ wird schnell ein „Mist! Sie machen erst in einer halben Stunde auf!“, als ich um halb 10 mit meinem Stahlross vorfahre. So richtig rumgesprochen haben sich die neuen Öffnungszeiten noch nicht, denn viele stehen bald mit mir zusammen vor dem Automaten, der noch keine Badekarte verkaufen will.

Etwas ärgert uns alle: wir können durch die großen Glasfenster, die den Eingangsbereich von der Schwimmhalle trennen, sehen, wie zwei Leute in aller Seelenruhe und im ansonsten ganz und gar leeren Becken ihre Bahnen ziehen. Alle wartenden Kinder, auch das Mädchen neben mir, rennen immer mal wieder zu der Glaswand und drücken sich die Nasen platt. Und sind irgendwie wütend.

Was wir da noch nicht wissen können, ist, dass auch 10 Minuten nach offiziellem Einlassbeginn sich die Automatik nicht öffnet, die Drehkreuze funktionieren nicht und die Automaten geben keine Karten aus. Als sich das rumspricht, werden wir irgendwie alle noch wütender auf die Schwimmer, die da schon drin sind. Wie sind die denn da reingekommen?

Irgendwie hatte ich dann keine Lust mehr. Bin durch den Regen wieder nach Hause gefahren.

Was das mit Fairem Handel zu tun hat? Vielleicht doch mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Viele schauen auf uns, denen es gut geht und wundern sich, warum sie nicht zu den Glücklichen gehören. „Unfair“ ist ein ziemliches Schimpfwort. Ob es nun um die Verteilung materieller Güter geht, oder um den Einlass ins Hallenbad.

Mein Sonntag war trotzdem angenehm. Irgendwann komme ich schon noch mal rein, in das Hallenbad.

Ob sich an unseren Handelsbeziehungen wohl auch bald Grundlegendes ändert?

Sie haben’s geschafft!

Herzlich grüßt

Fairtradelady

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