Fairtradelady – kriminell!

Hallo!

Diese kreative Pause habe ich wirklich gebraucht. Genau genommen war es keine Pause, denn ich habe wieder an diesem Projekt teilgenommen und 50 000 Wörter geschrieben. Jetzt geht es aber hier weiter.

Es wird Zeit, dass ich mich zu meiner kriminellen Vergangenheit bekenne. Schließlich lesen hier einige meine Beiträge und sind der Überzeugung, dass es sich bei Fairtradelady um eine unbescholtene Bürgerin handelt. Das war nicht immer so!

Wie viele in meiner Jugend war ich in Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre ein Riesen-Tee-Fan. Kaffee war damals ein Alte-Leute-Getränk, oder eines, das man bei Ferienjobs in Büros zwangsweise eingeflößt bekam. Nichts was mir schmeckte. Vielleicht muss ich dazu sagen, dass ich von Süddeutschland spreche, im Norden sah das vielleicht etwas anders aus.

Ich bin damals schon immer gerne nach Großbritannien gefahren – Bus – Zug – Schiff – Zug – dann weiter per Anhalter. In England gab es Tee, sehr guten Tee. Und es gab, Großbritannien war noch nicht EU-Mitglied (oder wie das damals hieß – EWG?) strikte Vorschriften, was ein- oder ausgeführt werden durfte. Unter anderem sahen diese Vorschriften die Aus- oder Einfuhr von 125 Gramm Schwarztee vor. 125 Gramm? Das trank ich damals ungefähr in einer Woche. Also habe ich mehrmals(!), mit Absicht (!) und bei vollem Bewusstsein Schmuggel betrieben. Ein Drittel meines Rucksacks (mit Metallgestell außen!) wurde vor der Heimfahrt immer gut gefüllt mit leckerem Tee. Bezogen habe ich ihn von einem meiner Lieblingsläden, dem

A Dalek exhibition at the Ceylon Tea Centre in Lower Regent Street in London in 1972. Vernon Corea first visited the Tea Centre in 1970.

damals noch in der Regent Street in London. Wiederholt habe ich auch Freundinnen dazu animiert, für mich Tee zu schmuggeln. Anstiftung nennt man das wohl.

So, nun ist es raus. Das Ceylon Tea Centre gibt es in dieser Form und an diesem Platz nicht mehr. Fotos habe ich damals keine gemacht, schließlich dachte ich, es würde ewig bestehen. Und auch dieses Bild existiert nur noch, weil das Centre 1972 einen Wettbewerb der BBC gewann und in ihrem Schaufenster ein damals sehr berühmtes Requisit aus der Science Fiction-Serie „Dr. Who“ ausstellen durften. Das war ein wenig vor meiner Zeit.

Und heute? Sind Fairtradeladys Schandtaten vermutlich verjährt. Und was noch besser ist: Man kann heute in jeden Weltladen hineinspazieren und wunderbaren fairen Ceylon-Tee kaufen, ohne sich strafbar zu machen.

DSCN1690[1]

Und er schmeckt immer noch genauso gut wie damals.

Freundlich grüßt

Fairtradelady

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