Fairtrade Anno 1791

Hallo!

Fairer Handel – das ist doch so ein neumodisches Zeugs! Früher gab’s sowas nicht, oder?

Oh, doch!

1791 aus fairem Handel zu kaufen …

1791 wurden in Großbritannien Tausende von Pamphleten gedruckt, alle zu einem Zweck: Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Zucker, der mit Hilfe von Sklaven hergestellt wurde, zu boykottieren. Geschätzte 300 000 Menschen hörten daraufhin auf, Zucker zu kaufen. Die Verkaufserlöse gingen um 30 -50 Prozent zurück. Manche Läden warben für den Kauf von Zucker, der von „free men“ – freien Arbeitern – angebaut wurde und der Verkauf von Zucker aus „East India“, wo es keine Sklaverei gab, stieg um das Zehnfache an.

Gleichzeitig unterzeichneten Hunderttausende von Menschen Petitionen, die die Abschaffung des Sklavenhandels forderten. Viele handelten damit sogar gegen ihre eigenen Interessen. In der Stadt Manchester, die 200 000 Pfund im Jahr mit der Ausrüstung von Sklavenschiffen verdiente, unterzeichneten 20 Prozent der Bevölkerung diese Petitionen. Es war eine riesige Protestbewegung und  die Befürworter der Sklaverei bekamen das zu spüren: „Die Presse macht mit den Pamphleten gemeinsame Sache, die öffentliche Meinung ist gegen uns!“, klagte ein Pro-Sklaverei-Lobbyist.

Im Stadtmuseum von York habe ich vor einigen Jahren die Namen vieler Bürger auf einer Petition verewigt gesehen, meist  Hausangestellte, die ihre „Herrschaft“ baten, keinen „Zucker aus Sklavenhand“ mehr zu kaufen. Ein bewegendes Dokument.

Auch heute kann die Öffentlichkeit mobilisiert werden, die Kaufentscheidung liegt bei jedem Einzelnen. So können faire Arbeitsbedingungen durchgesetzt werden, wenn die Verbraucher das so möchten.

Und das gibt es heute bei uns im Weltladen zu kaufen:

Süßt seit 1791!

Lust, mal die eigene Wirtschaftskraft ihre Muskeln spielen zu lassen? Nicht nur – aber auch – im Weltladen!

Herzliche Grüße von

Fairtradelady

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