Gute Vorsätze 2016

Hallo!

Ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern ein richtig gutes neues Jahr. 2016 – es kann kommen!

Habt Ihr denn auch gute Vorsätze gefasst? Mehr lesen, weniger essen, sporteln, Yoga, stricken … die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Aber ich wette um unser Weltladen-Schild, dass ein Vorsatz nicht dabei ist: Mehr Kartoffelchips essen! Und das ist eigentlich schade, denn ich habe mal wieder eine faire Überraschung für Euch:

Chips rot/blau

Chips rot/blau – mit Salz oder Paprika

Niemand musste für diese blauen und roten Kartoffelchips in den Farbeimer greifen und malen. Die für sie verwendeten Kartoffeln wachsen so in den Anden Perus, wo ja bekanntlich die Kartoffel herkommt.

In Peru ist für ihren Anbau die Kooperative Agropia verantwortlich, ihre Mitglieder  bauen etwa 400 verschiedene Sorten in Höhen zwischen 3500 und 4200 m an. Es gibt sie nicht nur in blau und rot, sondern auch in violett, gelb, orange und schlichtem Weiß. Einige Sorten kann man auf ihrer Webseite sehen.

In Perus Hauptstadt Lima werden die frisch geernteten Bio-Kartoffeln unter Aufsicht von Angestellten von Agropia zu Chips verarbeitet. Und da kommt dann auch die zweite Hauptzutat der Chips dazu: Palmöl! Aber nicht irgendeines, sondern fair gehandeltes von der Natural Habitats Group in Ecuador. Dort werden Ölpalmen auf kleinen Farmen kultiviert und keine Waldflächen dafür gerodet. Die Kleinbauern werden im biologischen Anbau geschult und forsten neue Palmen auf, aber nur auf Brachland. Noch mehr Informationen gibt es bei dwp.

Also wenn es mit dem Sporteln oder dem Stricken oder Yoga nicht klappen will, kann man ja immer noch weniger Kartoffelchips essen – aber dafür diese Superleckeren.

Freundlich grüßt

Fairtradelady

Für faire Herren, Damen, Kinder ….

Hallo!

Zu meiner Jugend gab es eine Sorte Schokolade, die nannte sich „Herren-Schokolade“. Sie zeichnete sich durch ihre dunkle Farbe aus, ihre schwarz-goldene Verpackung und die Tatsache, dass sie für Kinder scheußlich schmeckte, auch für mich. Das führte dazu, dass mir Herren damals von Herzen leid taten, dass sie diese Schokolade essen mussten.

Selbst die hartnäckigsten Versuche, mich davon zu überzeugen, dass dunkle Schokolade besser, echter und sogar irgendwie gesünder sein sollte, fruchteten nicht. Ich wurde erwachsen und mochte immer noch Milchschokolade. Und war weiterhin der Meinung, dass ich und die meisten anderen Leute Schokolade nicht wegen ihrer gesunden Inhaltsstoffe essen.

Inzwischen esse ich nicht mehr so viel Schokolade wie früher, aber immer noch am liebsten „helle“. Also Damen-Schokolade sozusagen.

Wie schön, dass man sich im Weltladen nicht unbedingt entscheiden muss. Es gibt ganz dunkle, helle, und sogar weiße Schokolade bei uns.

Dunkle Schokolade zum Probieren im Weltladen - viele Herren waren noch nicht da ....

Dunkle Schokolade zum Probieren im Weltladen. Viele Herren waren noch nicht da ….

Am letzten Freitag gab es im Weltladen unter anderem eine Verkostung der 95 %igen Schokolade aus Sao Tomé.

(Bild von GEPA)

Was für eine Knochenarbeit der Anbau und die Verarbeitung von Kakao ist, kann man in diesem Video sehr gut sehen:

Also habe ich auch ein Stückchen probiert – und was soll ich sagen? Sie schmeckt eigentlich ganz gut, die Bio-Schokolade aus Sao Tomé. Auch ohne Milch.

Das heißt aber nicht, dass aus mir jetzt ein Fairtrade-Gentleman geworden ist.

Herzlich grüßt noch immer

Fairtradelady

Kaffee – so oder so ….

Hallo!

Nach einer kleinen kreativen Pause geht es jetzt bei Fairtradelady weiter. Und es geht mal wieder um Kaffee.

Wie wird Euer Kaffee gebrüht? Vollautomatisch mit stylischer Maschine, elektronisch – sozusagen digital?

Oder lasst Ihr brühen?

Ich finde das unglaublich faszinierend. Der Geschmack! Die Crema! Dieses Können! Ich durfte auf einigen Veranstaltungen den Baristas von Cafè Si zusehen. Und der Kaffee schmeckt auch entsprechend köstlich!

Im Moment trinke ich gerade jeden Morgen Kaffee aus Nepal. Eigentlich habe ihn gekauft, weil ich Nepal unterstützen wollte (und weil ich immer alle neuen Kaffees im Weltladen probieren muss!) Er wird an den Hängen des Himalaya von Hand gepflückt und sonnengetrocknet. Es wächst dort also nicht nur Tee. Der Kaffee von der Kooperative Lalitpur ist sehr lecker, mild und trotzdem sehr aromatisch. Auf der Verpackung lese ich etwas von einem Anklang von Limette. Jetzt, wo ich das gelesen habe ….

Bio Kaffee Lalitpur  Foto von der GEPA

Meistens gibt es bei mir nämlich Kaffee daheim. Morgens kann ich mich einfach noch nicht mit Unterextraktion und  Tampern beschäftigen und meine Milch möchte ich auch noch nicht rollen lassen. Ich bin schon froh, wenn sie mir nicht aus dem Kühlschrank entgegenrollt!

So sieht das bei mir aus.

So sieht das bei mir aus.  Eine Bloggerin hat das wunderschön ausgedrückt: Analog-Kaffee!

Aber vielleicht seid Ihr ja schon kreativer am Morgen. Dann habe ich noch ein paar Anregungen:

Freundlich grüßt

Fairtradelady

Nikolaus – jetzt total fair!

Hallo!

Schon gemerkt? Es ist wieder Zeit, an den Nikolaus zu denken! Genau genommen ist es heute schon ein bisschen spät, an den Nikolaus zu denken, denn

DSCN1697[1]

…. sie sind schon längst wieder unter uns!

Und morgen vermutlich in so manchem Stiefel, denn bei uns im Weltladen sind sie ausverkauft. Es gibt sie auch noch in der Bischoffs-Version:

DSCN1699[1]Alle sind von der GEPA, der nachhaltigsten Marke Deutschlands.

Hier geht es zwar um die Tafeln, aber auch für die Nikoläuse gilt das gleiche Prinzip.

Mit der Nachhaltigkeit der Nikoläuse und Bischöfe selbst ist es nicht so gut bestellt. Kaum verschenkt, schon verspeist. Aber dazu sind sie ja auch da. Bei der Aufbewahrung von Schokolade sollte man sich nicht vom Nachhaltigkeitsgedanken inspirieren lassen, nicht nur bei Nikoläusen

meint

Fairtradelady

Fairtrade-Siegel und WFTO

Hallo!

Der heutige Artikel brauchte seine Zeit. Ich freue mich über Kommentare, Berichtigungen, hier oder auf facebook. Er ist auch erst die Spitze des Eisbergs. Aber lest selbst:

Das Fairtrade-System ist ein System, bei dem Produkte zertifiziert werden. In der Schweiz arbeitet die Organisation FLO (Fairtrade Labelling Organization)cert, Organisation von Fairtrade International. Sie beschäftigen Spezialisten, die vor Ort prüfen, ob die Fairtrade-Standards eingehalten werden. Mit Hilfe von Fragebögen und Produzentenbesuchen stellen sie das sicher. Transfair Deutschland vergibt in Lizenz das Fairtrade-Siegel für faire Produkte.

Die WFTO World Fair Trade Organization hat einen etwas anderen Ansatz. Sie zertifiziert hauptsächlich Produzentengruppen, Handelshäuser und auch schon vereinzelte Weltläden.

Logo WFTO

Während im Fairtrade-System die Firma, in deren Auftrag das Fairtrade-Produkt vertrieben wird, nicht geprüft wird, deckt das WFTO-Siegel die gesamte Handelskette ab, mit Ausnahme der Transportunternehmen. Wichtig ist dies vor allem für Produzenten von Kunsthandwerk, die in dem älteren Fairtrade-System, das hauptsächlich Lebensmittelprodukte – Kaffee, Tee, Bananen, aber auch Blumen, Baumwolle und Kosmetika – siegelt.

Das nachhaltigere Siegel ist meiner persönlichen Meinung nach das der WFTO. Aber auch das Fairtrade-Siegel hat seine Vorteile, weil es eine große Anzahl von Kleinproduzenten von Lebensmitteln erreicht und ihnen gute Preise sichert. Zudem ist die Organisation federführend für die internationale Aktion Fairtrade Town: http://www.fairtrade-towns.de/nc/startseite/, die dem Fairen Handel viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit garantiert.

Die GEPA, der größte  faire Lebensmittel-Händler hier in Deutschland ist aus dem Fairtrade-Siegel ausgeschert. Sie verkaufen weiterhin FLO-Zert-zertifizierte Ware, drucken aber das Siegel, für das ja auch eine Lizenzgebühr verlangt wird, nicht mehr auf ihre Produkte – oder nur noch auf einige wenige, die man auch in Supermärkten findet. Andere unserer Lebensmittel-Lieferanten im Weltladen haben von Anfang an auf die Fairtrade-Siegelung verzichtet, z. B. El Puente und DWP. Alle drei Handelsorganisationen sind nun WFTO zertifiziert. Sie wollen nicht (mehr) mit den Firmen, die nur ein paar faire Produkte im Sortiment haben, aber ansonsten Nichtfaires verkaufen, in einen Topf geworfen werden.

Was Fairtradelady dazu meint?

Ich entschuldige mich bereits im Voraus für eventuelle Verwirrungen, die ich geschaffen haben könnte. Bei diesen Erklärungen ging mir Verständlichkeit vor Details. Auf einige werde ich in den nächsten Wochen noch hinweisen.

Es heißt nicht umsonst, dass man einen Sachverhalt auf drei verschiedene Arten erklären können muss, wenn man sichergehen will, dass man ihn selbst verstanden hat. Zwei Versuche habe ich also noch! Ich wollte aber, auch im Hinblick auf die Berichte in „Zeit“ und „Spiegel“,  etwas mehr Licht ins Dunkel der Siegel bringen. Aber eigentlich ist es weder im System „Fairtrade“ noch bei der WFTO besonders dunkel. Eher schon bei den firmeneigenen und nicht international anerkannten Siegeln, an denen sich – mit Recht – Journalisten immer wieder stören. Dazu gehören die „Rainforest Alliance“, „UTZ“ und andere, deren Vorschriften viel weniger streng sind als die von „Fairtrade“ oder der WFTO, oder auch Fair for Life.

Insgesamt gibt es in Europa über 800 mehr oder weniger verlässliche Nachhaltigkeitssiegel. Ich persönlich vertraue denen, die die Verbraucherinitiative e.V. unter die Lupe genommen und für seriös befunden hat. Und unseren langjährigen Fairhandels-Lieferanten.

Weiter geht es nächste Woche mit noch mehr Aspekten des Fairen Handels – wenn bis dahin noch jemand mitliest ….

Freundlich und fair grüßt wie immer

Fairtradelady

Faires Praktikum

Hallo!

Häufig haben wir im Weltladen Praktikanten und Praktikantinnen bei uns. Sie kommen im Rahmen eines Sozialpraktikums zu uns. Das ist verpflichtend für Schüler und Schülerinnen in der 8. Klasse der Realschule und der 9. Klasse des Gymnasiums. Sie sind dann meistens eine ganze Woche bei uns und lernen viel über den Fairen Handel, z. B. über die Konvention der Weltläden, bereiten über ihren Einsatz eine Präsentation für ihre Klasse vor und sind uns bei einigen Tätigkeiten eine wertvolle Hilfe. Sie füllen Regale auf, machen Kaffee, helfen bei der Dekoration, zeichnen Ware aus und dürfen auch manchmal an die Kasse. Fairtradelady hat die Ehre, sie zu begleiten, in die Weltladenarbeit einzuführen und ist Fragen die zuständige Ansprechpartnerin.

Aber nicht nur die Jugendlichen haben Fragen, auch wir:

Was gefällt Euch am Weltladen?

Was ist Euer Lieblingsprodukt?

Könntet Ihr Euch vorstellen, öfter mal im Weltladen zu kaufen?

Was könnten wir besser machen, um für Jugendliche noch attraktiver zu werden?

Unserer Praktikantin, die letzte Woche da war, habe ich deshalb meine Kamera in die Hand gedrückt und sie hat fotografiert, was ihr gefiel. Eine ganze Menge!

Fairtradelady kann jetzt also Bilder aus dem sommerlichen Weltladen präsentieren:

DSCN1472[1]

Zum Genießen: Leckere Soßen.

 

 

 

DSCN1462[1]

Zum Relaxen: Hängematten und Kissen.

 

 

 

 

 

DSCN1444[1]

Zum Feiern: Glückwunschkarten aus Recyclingmaterialien aus Kenia.

 

 

 

 

DSCN1478[1]

Zum Schmücken: Vögel und Schmetterlinge.

 

 

 

 

DSCN1439[1]

Zur Erfrischung: Charitea und Lemonaid.

 

 

 

 

 

 

Sommerlich grüßt

Fairtradelady

Fair Trade Super Woman

Hallo!

Viele möchten wissen: Wie sieht sie denn aus, die Fairtradelady? Da ich es vorziehe, keine Fotos von Privatpersonen zu zeigen, trifft das natürlich auch auf mich zu. So muss ich Euch Bilder zeigen, die es so ungefähr treffen:

Irgendwo zwischen:

https://i2.wp.com/media.treehugger.com/assets/images/2011/10/Fair-Trade-Super-Woman.jpg

und

https://fairtradelady.files.wordpress.com/2014/02/41f2b-p2111532.jpg

Viel interessanter sind allerdings die wirklichen Menschen, die für Fairen Handel stehen:

…. zum Beispiel in Australien, wo sie sich für den Fairen Handel engagieren:

https://i1.wp.com/www.fairtrading.nsw.gov.au/biz_res/ftweb/Images/About_us/Publications/my_place.jpg

…. in Peru, wo sie Kaffee anbauen:

Kaffeepflückerinnen und Kaffepflücker von der Produzenten Organisation Cocla aus Peru

… die Aktiven des African Fair Trade Nework:

… sie bauen Wein an in Südafrika:

Arbeiterinnen und Arbeiter vom Weingut Papkuilsfontein

… und Baumwolle in Indien:

Abbildung Baumwollbauern in Indien

… sie flechten Körbe aus Naturmaterialien in Marokko:

… und aus Saftpacktaschen auf den Philippinen:

Fairtradelady versucht auch ihren Anteil zu leisten – und haut in die Tasten!

Vielen Dank fürs Lesen!

Freundlich grüßt

Fairtradelady